Im HausFünf Galerien & Projekträume.
Von der Klassischen Moderne bis zum Experiment, vom 200 Jahre alten Antiquariat bis zur Stiftung für Kunst und Naturwissenschaft. Öffnungszeiten ändern sich gelegentlich – vor dem Besuch lohnt ein Blick auf die Seite der Galerie.
Die jüngste Adresse im Haus und zugleich die mit der längsten Vorgeschichte: Klaus Gerrit Friese gründete seine Galerie 2008 in Stuttgart als Nachfolgerin der 1961 gegründeten Stuttgarter manus presse. 2015 zog die Galerie nach Berlin, im September 2025 eröffnete sie ihre Münchner Dependance an der Theresienstraße.
Das Programm konzentriert sich auf Malerei und Zeichnung – von der Klassischen Moderne bis zur Gegenwart. Die Galerie betreut Nachlässe wie die von Willi Baumeister, Norbert Kricke, Dieter Krieg, Georg Karl Pfahler und Walter Stöhrer und vertritt zeitgenössische Positionen, darunter Karin Kneffel, Cornelius Völker, Franziska Holstein, Thomas Müller und Claire de Santa Coloma. Dass ausgerechnet hier, in einem Hauptwerk der deutschen Nachkriegsarchitektur, Baumeister und Kricke gezeigt werden, passt: Sie gehören derselben Generation des Aufbruchs an wie Sep Ruf.
- Geöffnet
- Di–Fr 11–18 · Sa 12–16
- Web
- galeriefriese.de
Hinter dem Namen steht eines der traditionsreichsten Antiquariate Deutschlands: J.J. Heckenhauer wurde 1823 in Tübingen gegründet. Von Oktober 1895 bis September 1898 absolvierte dort Hermann Hesse seine Buchhändlerlehre – eine Episode, die in seinem Frühwerk Spuren hinterlassen hat. Heute führt Roger Sonnewald das Haus in sechster Generation.
1997 kam zum Antiquariat eine Galerie hinzu. Sie war einige Jahre in Berlin ansässig, bevor sie ins Münchner Kunstareal zog; seit 2023 gehört sie offiziell zum Verbund des Kunstareals. Gezeigt wird zeitgenössische Kunst, darunter immer wieder junge Positionen aus dem Umfeld der Münchner Akademie der Bildenden Künste; auf Messen wie Paris Photo und Art Cologne ist die Galerie regelmäßig vertreten. Das Antiquariat mit Schwerpunkt auf Druckgrafik und seltenen Büchern macht die Adresse zu einem Ort, an dem sich Gegenwart und Sammlungsgeschichte begegnen.
- Geöffnet
- Mi–Fr 12–18 · Sa 12–15 · und nach Vereinbarung
- Web
- heckenhauer.net
Die Galerie wurde im Mai 2011 an der Theresienstraße 48 gegründet und ist seither an dieser Adresse geblieben – damit gehört sie zu den festen Größen im Haus. Jo van de Loo zeigt zeitgenössische Kunst, mit Einzel- und Gruppenausstellungen internationaler wie Münchner Künstlerinnen und Künstler.
Die Lage gegenüber dem Museum Brandhorst ist Programm: Wer aus dem Museum kommt, steht praktisch vor dem Schaufenster. Donnerstags ist die Galerie bis 20 Uhr geöffnet – ein guter Anlass, einen Museumsbesuch am Abend hier ausklingen zu lassen.
- Geöffnet
- Mi 12–18 · Do 12–20 · Fr 12–18 · Sa 12–15
- Web
- galerie-jovandeloo.com
Der zweite Standort der Galerie Knust Kunz, deren Stammhaus an der Ludwigstraße liegt. Sabine Knust begann 1982 mit dem Verlegen von Druckgrafik; aus der Edition wurde eine der bekannten Münchner Galerien für zeitgenössische Kunst, die heute Matthias Kunz führt und die auf internationalen Messen wie der Frieze vertreten ist.
Der Projektraum an der Theresienstraße ist bewusst anders angelegt als das Stammhaus: Er gehört vor allem der jüngsten Generation von Künstlerinnen, Künstlern und Kuratoren, die zu experimentellen Ausstellungen eingeladen werden. Daneben werden hier neue Editionen und Publikationen vorgestellt – eine Fortsetzung der verlegerischen Wurzeln der Galerie im kleinen Format.
- Geöffnet
- Fr 11–17 · Sa 11–15
- Web
- sabineknust.com
Der Projektraum der ERES-Stiftung, die 2004 gegründet wurde und sich dem Dialog von Kunst und Naturwissenschaft widmet. Während die Stiftung an ihrem Hauptsitz in der Römerstraße in Schwabing große thematische Ausstellungen zeigt und mit der Fondazione ERES in Venedig auch auf der Biennale präsent ist, versteht sich ERES Projects als Labor: für künstlerische Experimente, junge Kunst, Diskussionen und Performances.
Unabhängig und ausdrücklich nicht kommerziell, ist ERES Projects der Ort im Haus, an dem man am ehesten auf Unerwartetes trifft – und der sich selbst mit Blick auf seine Adresse beschreibt: ein Raum im denkmalgeschützten Sep-Ruf-Bau gegenüber dem Brandhorst. Der Eingang ist barrierefrei; Gruppenführungen sind auch außerhalb der Öffnungszeiten kostenlos buchbar.
- Geöffnet
- Fr 14–18 · und nach Vereinbarung · je nach Ausstellung
- Web
- eres-stiftung.de