
Theresienstraße46/48
Münchens erstes Wohnhochhaus. 1950/51 von Sep Ruf an der Ecke Theresien-/Türkenstraße (ehemalige Türkenstraße 19) gebaut – acht Geschosse, eine gläserne Südfassade, durchlaufende Balkone. Seit 1988 Baudenkmal.
Ein Haus, das München verändert hat.
Als im April 1951 die ersten Bewohner einzogen, stand an der Theresienstraße etwas, das es in Bayern noch nicht gegeben hatte: eine schmale, achtgeschossige Wohnscheibe, nach Süden vom Boden bis zur Decke verglast, davor filigrane Balkone, oben ein schwebendes Flachdach auf schlanken Stützen.
Sep Ruf hatte den Bau für den Verein zur Behebung der Wohnungsnot entworfen – als selbstgenutztes Miteigentum, eine damals in Deutschland völlig neue Finanzierungsform. Der Bauantrag vom 30. Mai 1950 war nach sieben Wochen genehmigt, der Rohbau stand nach weiteren sieben Wochen. Mit 23 Metern überschritt das Haus die Münchner Staffelbauordnung von 1904; die Regierung von Oberbayern erteilte die Dispense.
Die Stadt reagierte gespalten. „München muß München bleiben“, hieß es in der Presse, das Haus wurde als „Glaskasten“ verspottet. Der Kritiker Hans Eckstein sah darin dagegen den ersten vollendeten Neubau Münchens „in völlig freien Formen“ – den Beginn einer zeitgemäßen städtebaulichen Ordnung. Heute ist das Sep-Ruf-Haus Baudenkmal und Station des Münchner Sep-Ruf-Pfads.


Das Haus
Vom DAF-Grundstück zum Modellprojekt: Bauherr, Genehmigung, Konstruktion, Rezeption, Sanierungen und Denkmalschutz – eine Chronik von 1950 bis heute.
Geschichte & Architektur
Sep Ruf
1908–1982. Der Münchner Architekt der Nachkriegsmoderne: Akademie Nürnberg, Neue Maxburg, Deutscher Pavillon Brüssel 1958, Kanzlerbungalow – und sein Haus an der Theresienstraße.
Biografie & Werk
Fotos & Videos
Drohnenaufnahmen, die Südfassade, das Haus im Viertel, der Blick zu den Alpen – und drei Anflüge auf die Maxvorstadt als bewegte Luftaufnahme.
Galerie & Anflüge„Der erste vollendete Neubau in – von Befangenheiten in historischen Reminiszenzen – völlig freien Formen.“Hans Eckstein · Architekturkritiker · zur Eröffnung 1951
Bis zur Zugspitze.
An klaren Tagen reicht der Blick von den oberen Geschossen über die Dächer der Maxvorstadt bis in die Alpen – von der Rotwand im Südosten bis zur Zugspitze im Südwesten.
